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Der DFB richtete am Wochenende des 23./24. Februars den 3. Amateurfußballkongress aus. Mit dabei war unter anderem unser Jugendleiter Frank Wildermuth der stellvertretenden für den SV Menden vom Fußballverband Mittelrhein dazu eingeladen wurde. Wir haben mit ihm über das Wochenende und seine Eindrücke gesprochen:

SVM: Es sind jetzt ein paar Tage ins Land gegangen, wie sind rückblickend deine Eindrücke des 3. Amateurfußballkongresses des DFB in Kassel?

Frank: Ich kann sagen, dass ich viele positive Dinge mit aus Kassel nach Menden gebracht habe.

SVM: Welche genau?

F: Das Kassel keine Alibi- oder billige Werbeveranstaltung des DFB war. Es ist ja so, dass im Vorfeld der Eindruck entstanden ist, dass der DFB und seine Landesverbände seine Mitglieder an der Basis ein Stück weit verloren haben könnte.

SVM: War dies im Vorfeld deine Befürchtung?

F: Zumindest lag durch die vielen öffentlich negativen Darstellungen (schwelender Fandialog, zeitweiser Verlust der Gemeinnützigkeit, ein „ihr da oben und wir hier unten“ Gefühl an der Basis…) ein gewisser Schatten auf dem Bild des DFB.

SVM: Und hat Kassel dieses Bild verändert?

F: Sehr sogar, aber da möchte ich ein wenig ausholen.
Zuerst einmal hat sich eine scheinbare heterogene Zusammenstellung der FußballVerbandMittelrhein-Delegation, bestehend aus Verbands-, Kreis- und Vereinsvertreter aus beiderlei Geschlecht in den drei Tagen als eine verschworene Einheit gezeigt. Hier muss man(n) der Vorbereitung des FVM schon einmal ein Kompliment aussprechen. Ob dazu auch einige „hochqualifizierte“ Gespräche zu früher Stunde an der Bar beigetragen haben...
Der DFB hat sich in der Vorbereitung und der Umsetzung der Diskussionsbeiträge, Podiumsrunden und Workshops sehr offen und Ergebnisorientiert gezeigt. Die beteiligten Vereinsvertreter konnten alle von Gesprächen und teilweise auch energischen Diskussionen auf Augenhöhe berichten.
Es war zwar sehr anstrengend, aber da sich aber alle Beteiligten kompetent und fokussiert gezeigt haben, sind die 15 Handlungsempfehlungen zur Vorbereitung der Vereine und Verbände auf die EM 2024 nahezu perfekt gelungen.

SVM: Sonst noch persönliche Eindrücke gesammelt?

F: Ja, natürlich schaut man auf die bekannteren Gesichter des Kongresses etwas genauer drauf. Hier hat mich die Bundestrainerin der Damen Martina Voss-Teklenburg abgeholt. Mit ihrer erfrischenden empathischen Art kam sie fachlich und persönlich sehr gut rüber.
Bei den Herren Grindel und Löw sind mir neben einem gewissen Selbstschutz auch standardisierte Floskeln in Erinnerung geblieben. Aber auch die Gewissheit, dass ich mit einer öffentlichen Person wie die des Bundestrainers für kein Geld der Welt tauschen möchte. Herr Löw berichtete z.B. über eine ganz normale Zugfahrt zu einem Bundesligaspiel mit gefühlt 200 Selfis…

SVM: Und wie geht es jetzt weiter?

F: Schon auf der Rückfahrt hat der FVM kundgetan, dass sich auf Verbandsebene weiter mit dieser Gruppe getroffen wird, um die gemachten Erfahrungen in die alltägliche Arbeit des Verbandes einfließen zu lassen.
Ich persönlich freue mich jetzt schon auf die nächsten Treffen zur Ausarbeitung von einigen Punkten, welche den Vereinen vor Ort im FVM weiterhelfen sollen.

SVM: Hast du persönliche Konsequenzen für dich und den SV Menden im Auge?

F: Ja und zwar sehr konkrete. Ich habe unserem Vorstand empfohlen einen Ehrenamtsbeauftragten zu benennen um diese wichtige Ressource, also die engagierte Mitarbeit im Verein, innerhalb des SV Menden zu stärken und auch eine Stimme zu verleihen. Zusätzlich wird es zukünftig einen Ansprechpartner für interne und externe Weiterbildung für Vereinsmitarbeiter und Trainer geben, um mögliche Hemmschwellen gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Da mir das letzte Thema persönlich am Herzen liegt, werde ich mich beim FVM als Mitglied des Jugendbildungsausschusses im Frühjahr zur Wahl stellen.

SVM: Noch etwas zum Abschluss?

F: Ja, ich hätte mir gewünscht, dass der verstorbene Matthias Hoffenbitzer die Wertschätzung, welche in den letzten beiden Jahren vermehrt „seinem“ SV Menden entgegengebracht wird, noch erlebt hätte. Den ohne seine jahrzehntelange positive Inspiration auf alle heutigen Ehrenamtler, wäre die Ernte der letzten Jahre nicht einzufahren gewesen.