Mittwoch, 16 Dezember 2020 18:06

Undercover beim Fitnesstraining der 1. Damenmannschaft

geschrieben von XOXO

Während der Corona Pandemie kommt es nun schon zum zweiten Mal zur Aussetzung der Fußballsaison im Amateurbereich. Ganz unerwartet wie im März kommt diese Unterbrechung nicht und daher haben sich einige Vereine bereits auf die Begebenheiten eingestellt.

So auch der SV Menden. Während die 1. Herrenmannschaft im November eine Laufchallenge veranstaltete und über 2.000km gelaufen worden sind, hielen sich die Damen damit etwas bedeckter. Doch der Schein trügt. Es folgt ein Bericht über ein Selbstexperiment à la Jenke.

Nachdem ich also die Laufchallenge im November mit meiner Mannschaft erfolgreich beendet hatte, fühlte ich mich fit genug, um meinen Körper weiter belasten zu können. Während der Laufchallenge lag ich abends auf der Couch und entspannte, während meine Partnerin Simone Carol (Name von der Redaktion geändert) fleißig vor dem Laptop ein paar Sit-Ups machte. „Dat packste doch im Halbschlaf“ waren meine Gedanken – ich sollte sie noch bereuen. Aber:  Gesagt – getan, so durfte ich am Workout der Damen teilnehmen.
Der Ablauf des Damenworkouts ist immer gleich. Es gibt zunächst per Tabata Song ein Warm Up, worauf die Bring-Sally-Up Challenge folgt. Weitere 4 – 5 Tabata Songs mit Übungen folgen und zum Ende werden Burpees gemach, für jede Einheit einen Burpee mehr.
Bei genauerer Betrachtung des Workouts wurde mir schnell klar: „Das packst du nicht mal eben so“. Die anfängliche Überheblichkeit wich der Realität. Bevor ich mich also vor die Kamera traute, trainierte ich im Hintergrund mit. Unschöne Szenen sollten alle Beteiligten erspart bleiben – mit anderen Worten: Ich wollte mich vor der Damenmannschaft nicht blamieren.
Fazit des Trainings: Bereits bei der Bring-Sally-Up Challenge – welche Übung Nummer 2 darstellt - musste ich abbrechen. An dieser Stelle muss erläutert werden, welche Qual ich durchmachen musste: Das Lied Bring-Sally-Up läuft und man startet im Unterarmstütz. Bei jedem „Up“ geht es in den Liegestütz, bei jedem „Down“ zurück in den Unterarmstütz. Das Spektakel soll 3:30 min dauern. Dauerte es auch – allerdings lag ich nach 60 Sekunden völlig entkräftet auf dem Boden. Im Herrenbereich ist man mit 60 Sekunden Unterarmstütz der King, bei den Damen scheinbar nur eine Flasche. Statt einer verdienten Pause wird aber nicht lange gezögert und es geht weiter mit diversen Übungen, für die mein Körper nicht geschaffen war.
Highlight war die „Robbe“. Diese Übung kann man nicht beschreiben. Sie tut einfach nur weh und macht keinen Spaß. Sie ähnelt dem Klappmesser, jedoch ist der Name trügerisch. Ich persönlich fühlte mich eher wie ein Walross.
Während man selbst nach Luft ringt, wird per Skypecall fleißig überlegt, welche Übungen als Nächstes kommen. Es folgten weitere Übungen, die meinen Körper die restliche Woche leiden ließen.
Dennoch mogelte man sich so durch das Workout durch und stellte mit Erschrecken fest: Außer mir (einziger männlicher Teilnehmer) beschwerte sich niemand über das harte Training. Pausen wurden als Zeitverschwendung erachtet und statt Abschlussspiel gab es am Ende die Tortur mit den Burpees.

Alles in allem kann ich aus dem Selbstexperiment resümieren, dass selbst Pamela Reif angestrengter aussieht in ihren Videos als unsere 1. Damenmannschaft beim Workout. Puls auf 180, Schweiß tropft, Lunge brennt – das war nur bei mir so. Die Damen wirken so entspannt, als würde man gerade massiert werden.

Hut ab an unsere Damen! Solltet Ihr euch etwas Neues einfallen lassen: Ich werde es heimlich testen.

Bis dann,
XOXO

Gelesen 75 mal